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Einzelunternehmen oder GmbH? – So sparst Du die meisten Steuern

62 % aller Selbstständigen in Deutschland sind Einzelunternehmen – das sind mehr als 2,1 Millionen Einzelunternehmer. Die meisten von ihnen würden deutlich mehr Steuern sparen, wenn sie eine GmbH hätten.

 

Es wird angenommen, dass es sich aufgrund der Strukturkosten durch die Gründung und den Jahresabschluss sowie der Buchhaltung nicht lohnt eine GmbH zu gründen.

Im Folgenden wird mittels eines konkreten Beispiels das Einzelunternehmen mit der GmbH verglichen.

 

So viel Steuern zahlt Michael als Einzelunternehmer

 

Michael ist 38 Jahre alt, verheiratet, hat 2 Kinder und führt sein Coaching und Speaker Business als Einzelunternehmer. Er erwirtschaftet einen Gewinn in Höhe von 400.000 € und entnimmt jeden Monat 8.000 € . Michael wohnt in Wilhelmshaven, wo der Gewerbesteuerhebesatz bei 430 liegt. Daraus ergibt sich für Michael eine Gewerbesteuer von ca. 15% mit denen wir hier rechnen. Hieraus folgt die in der Tabelle dargestellte Kapitalstruktur.

 

Betrachtung Einzelunternehmen

 

Gewinn

400.000 €

Einkommensteuer

(150.400) €

Solidaritätszuschlag

(8.200) €

Gewerbesteuer

(56.300) €

Anrechnung

49.000 €

Tatsächliche Gewerbesteuer

(6.400) €

Gesamte Steuerlast

165.000 €

Nettoertrag

235.000 €

Entnahme

(96.000) €

Gewinn nach Entnahme

139.000 €

 

Die gesamte Steuerlast errechnet sich, in dem die Einkommensteuer, der Solidaritätszuschlag und die tatsächlichen Gewerbesteuer aufsummiert wird. Daraus ergibt sich folgende Rechnung: 150.400 € + 8.200 € + 6.400 € = 165.000 €. Bei 400.000 € Gewinn vor Steuern ergibt sich somit ein Nettoertrag von 235.000 €. Da Michael im Jahr € 96.000 entnimmt verbleiben im Unternehmen 139.000 € Gewinn.

 

Wir haben hier allerdings oft erlebt, dass es keine stetige Entnahme gibt, sondern sich der Eigentümer einfach entnimmt was er braucht. Hierdurch wird oft der verbleibende Gewinn einfach ausgegeben und nicht sinnvoll verwendet. Das Geld wir hier also oft einfach ausgegeben, weil es da ist.

 

So viel Steuern würde Michael sparen, wenn er eine GmbH hätte

 

Nun betrachten wir die gleiche Situation im Fall einer GmbH. Hierbei muss man zwischen 2 Ebenen trennen: der GmbH Ebene (Ebene 1) und der Privat-Ebene (Ebene 2). Um ebenfalls auf eine "Entnahme" von 8.000 € im Monat zu kommen, muss er sich nun ein Gehalt zahlen. Dabei entsprechen 8.000 € Nettolohn einem Bruttolohn in Höhe von 139.200 €. Für die Strukturkosten setzen wir hier 4.000 € an, obwohl diese bei der Buchung unseres Admin-Services  sogar günstiger wären. Zu Zahlen sind nun drei Steuerarten: 15% Körperschaftssteuer, 5,5% Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer i.H.v. 3,5% multipliziert mit dem Hebesatz, in diesem Fall also 15,05%

 

Die Gewerbesteuer ist hier niedriger als die Körperschaftssteuer, da wir durch eine atypisch stille Beteiligungskonstruktion einen Gewerbesteuerfreibetrag in Höhe von 24.500 € geltend machen können.

 

 1. Ebene: Kapitalgesellschaft

 

Gewinn

400.000 €

Geschäftsführergehalt

(139.200) €

Strukturkosten

(4.000)

Gewinn vor Steuern

256.800 €

Kapitalertragssteuer

(38.500) €

Solidaritätszuschlag 

(2.100) €

Gewerbesteuer

(34.800) €

Gesamte Steuerlast Ebene 1

75.400 €

Nettogewinn GmbH

181.400 €

 2. Ebene: Gehaltszahlung
 
2. Ebene: Privatvermögen

Brutto Gehalt

139.200 €

Einkommensteuer

(40.900) €

Solidaritätszuschlag

(2.300) €

Gesamte Steuerlast Ebene 2

(43.200) €

Nettogehalt

96.000 €

 

Im beiden Fällen steht Michael privat jeden Monat € 8.000 zur Verfügung. Der Unterschied wird aber auf der Ebene des Betriebsgewinns sehr deutlich. Während in der GmbH € 181.400 verbleiben, die re-investiert werden können, sind es im Einzelunternehmen nur € 139.000. Es wird offensichtlich, dass Michael in der GmbH ein deutlich höheres Vermögen aufbaut.

 

Fazit

 

Michael spart jedes Jahr durch die GmbH 46.400 € Steuern (165.000 € - 75.400 € - 43.200 €). Dazu hat er in der GmbH jedes Jahr einen um 42.400 € (181.400 € - 139.000 €) höheren Vermögenszuwachs. Einen Steuervorteil durch eine GmbH hat man nicht erst ab einem Gewinn in Höhe von 400.000€.

 

Grundätzlich kann man sagen, dass sich die GmbH lohnt, wenn man nicht alle Gewinne direkt wieder privat konsumiert, sondern mehr als 60.000 € im Jahr sparen oder investieren möchte.

 

 

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